Viertagewanderung am Rennsteig vom 19 -23.05.2004

   

Viertageswanderung am Rennsteig vom 19.-23.05.04

Mit 24 Personen sind wir per Auto nach Oberhof zum Rennsteig gefahren. Der Rennsteig ist wohl der bekannteste Wanderweg Deutschlands und somit Pflicht, wenigstens einmal da gewesen zu sein. Quartier nahmen wir im Naturfreundehaus in Oberhof. Es war eine sehr schöne und preiswerte Unterkunft. Das Haus war für die Biathlonweltmeisterschaft von oben bis unten ganz renoviert worden. Die Einrichtung und das Duschbad ganz neu. Die Küche, das heißt das Essen war hervorragend – gut und viel. Die Gaststätte, die ansonsten um 10 Uhr Feierabend machte, hielt für uns bis 11 Uhr auf, so dass unsere Kehlen genug Flüssigkeit bekamen. 

Der Anreisetag war Mittwoch. Nach und nach trudelten alle am Nachmittag ein und ehe wir die Zimmer bezogen, belegten wir vor dem Haus schon einmal die Gartenbänke und Tische und kosteten das leckere Thüringische Bier. Nach dem Abendessen machten wir noch einen kleinen Verdauungsspaziergang und nahmen Oberhof in Augenschein. 

Am Donnerstag sind wir zur Ohratalsperre gewandert. Von Oberhof ging es über eine Landstraße immer bergab zur Schweizer Hütte. Auf diesem Weg sind wir an mehreren Sprungschanzen mit unterschiedlichen Höhen vorbeigekommen.

Diese Landstraße wird auch gleichzeitig als Fahrradrennstrecke und im Winter als Rennschlittenbahn benutzt. Da Feiertag war, herrschte allerhand Betrieb. Zum Glück gab es auch noch einen Fußweg an dieser Straße. Ab halber Strecke abwärts begleitete uns ein kleiner Bach bis runter in den Silbergrund. Dort unten am Triefenstein fing die Ohratalsperre als verträumter See an. Hier machten wir erst einmal eine Butterpause. Wir benutzten dann als Weiterweg die rechte Seite der Talsperre und waren nach kurzer Zeit an der Staumauer. Die Ruhe und Schönheit des Sees mit den Wäldern rundherum lud uns noch einmal zu einer Pause ein. Aber nicht lange. Wir wollten ja noch nach Luisental. Da wir ja schon so gut wie unten waren, hatten wir es ja bald geschafft. Aber das letzte Stück des Weges war so steil, dass wir die Bremse anziehen mussten. Zum Glück war am Fuße des Berges ein Zelt aufgestellt mit Musik, Bier und Bratwurst. Da ließen wir uns nieder und hörten zum ersten Mal den Holzmichel. Was man heruntergeht muss man ja auch wieder heraufgehen. Das war nicht so eine tolle Aussicht. Wir hätten ja mit dem Buß zurück fahren können, aber das Verbot uns der sportliche Ergeiz. Also machten wir uns auf den Rückweg. Über den Wegscheide nach Oberhof. Insgesamt ca. 20 km. Noch zu erwähnen ist die große Leistung unserer Fußkranken. Sie haben den gleichen Weg nach Luisental geschafft, sind aber dann mit dem Buß zurück gefahren.

Freitag war Regentag. Trotz allem zog es uns hinaus. Nach dem Frühstück ging es erst einmal zum Rennsteiggarten. Er ist als Lehrpfad mit über 4000 Bergpflanzen aus aller Welt angelegt. Eine Vielfalt an Blumen, Sträuchern und Bäumen. Die meisten von uns haben erst einmal Pflanzen für den eigenen Garten gekauft. Ich bin gespannt, was davon in diesem Jahr übrig geblieben ist. Nachdem wir uns in der Rennsteigkneipe mit einem heißen Getränk aufgewärmt hatten, wurde einstimmig beschlossen, mit dem Auto nach Schmiedefeld zu fahren. Wir besuchten dort eine alte Glasbläserei, die sich mit Schaubrennen und Verkauf diverser Glasvasen, Kugeln, Kerzenhalter usw. über Wasser hielten. Ohne Übertreibung kann man sagen, dass diese Leute nicht zu den Gewinnern der Deutschen Einheit gehörten. Im gleichen Ort gab es noch einen Glasbläser, der Kunstfiguren mit dem Mund herstellte. Wir haben überall etwas gekauft. Den Hunger und Durst stillten wir in einer alten gemütlichen Kneipe.

Am Samstag war das Wetter gut. Das heißt, 1-2 Grad plus, mehr hatten wir an keinem Tag. Für diesen Tag hatten wir uns die schwierigste Wanderung ausgesucht. Am Rennsteiggarter vorbei, weiter auf dem Rennsteigweg zum großen Beerberg. Mit seinen 982 m ist er der höchste Gipfel im Thüringer Wald. Dort haben wir erst einmal Halt gemacht und vom Aussichtsturm einen Blick ins Thüringer Land getan. Danach ging’s zur Suhler Hütte um unsere Mittagspause zu machen, schön gelegen, aber voll. Weiter zur 1 km entfernten Schmücke. Kam mir vor wie eine alte Ausspanne oder Massenabfertigung, aber das Essen war gut. Von da ging es weiter zum Schneekopf mit seinen 978 m. Der Schneekopf war zu DDR-Zeiten (auch für die Einheimischen) Sperrgebiet. Die freuen sich noch heute das sie wieder darauf können. Denn von dort oben hat man einen fantastischen Rundumblick.
Ab dann fing der beschwerlichere Weg der Wanderung an. Erst den Schneekopf steil runter, mitunter durch unwegsames Waldgebiet, und dann steil bergauf nach Oberhof. Das war ganz schön kräftezehrend. Insgesamt war die Wanderung ca. 20 Km lang.

Am Sonntag lautete die Frage Kleine Wanderung oder Stadtbesichtigung? Die Mehrzahl war für die Stadt. Also, nach dem Frühstück Abschied von Oberhof und zur Mittelalterlichen Stadt Melsungen kurz vor Kassel. Eine ganze Stadt nur Fachwerk, überwiegend alle Häuser restauriert. Sogar die Neubauten werden in dieser Weise gebaut. Das Rathaus ist vom 13. Jahrhundert und ein paar Jahre. Eine schöne Sache fürs Gemüt ist die Fulda, die in beschaulicher Ruhe an dieser alten Stadt vorüber fließt. Ein gemeinsames Essen im Ratskeller zu Melsungen beendete diesen schönen Wandertag.